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Das Leben feiern, den Tod umarmen | Die Death-Positive-Bewegung

Erfahre, wie die Death-Positive-Bewegung Tabus um den Tod bricht und eine offene, ehrliche Diskussion über das Lebensende fördert.🌿💀

Niemand von uns beschäftigt sich gerne und freiwillig mit dem Tod und AbschiednehmenTritt der Tod aber völlig unerwartet in unser Leben, „geschieht“ oft vieles mit uns, das wir uns eigentlich anders gewünscht hätten. Nachträglich wissen wir, dass sich manches für uns auf andere Art stimmiger angefühlt hätte. Vielleicht eine bunte, kindgerechte Verabschiedung vom verstorbenen Kleinkind statt dem tristen Ritual, das üblicherweise vorgesehen ist? Ein lautes, dröhnendes Motorradtreffen als letzter Tribut an einen verstorbenen Bikerkollegen statt einer stillen Feier in der Kirche? 

Jeder Abschied soll einzigartig und für den verstorbenen Menschen passend sein und nicht einem Standardprozedere folgen, das aus Überforderung und Unwissenheit an einen Bestatter abgegeben wird.

 

Über den Tod ins Gespräch kommen


Die Death-Positive-Bewegung, angeführt von der Bestatterin Caitlin Doughty, setzt sich dafür ein, offene Diskussionen über den Tod zu fördern. Ihr Ziel ist es, Menschen dazu zu ermutigen, mit ihren Liebsten über den Tod, das Sterben und ihre Wünsche bezüglich der Bestattung zu sprechen. Nur wenn sich eine Gesellschaft aktiv mit dem Tod auseinandersetzt, bleibt genug Raum für Trauernde. 

Die Beschäftigung mit dem Tod wird als Möglichkeit gesehen, sich von gesellschaftlichen Erwartungen zu befreien und eine neue Lebensphilosophie zu entwickeln. Es ist eine Aufforderung, das Leben bewusst zu leben und die Realität der eigenen Sterblichkeit anzuerkennen. Denn in der Auseinandersetzung mit dem Tod können wir nicht nur Angst und Trauer überwinden, sondern auch Erkenntnis, persönliches Wachstum und Befreiung von gesellschaftlichen Normen finden.


Den Tod aus der Tabuzone holen

Den Tod nicht als Tabuthema zu sehen, sondern als natürlichen Teil des Lebens zu betrachten, das ist das Hauptanliegen der Death-Positive-Bewegung.
Sie bietet dafür
Plattformen für offene Gespräche, innovative Ideen und alternative Ansätze im Umgang mit dem Tod. Durch Veranstaltungen, Workshops und Online-Initiativen wie BLOGs, Podcasts und Social-Media-Kampagnen werden aufklärende Informationen bereitgestellt und der Austausch über den Tod gefördert.  

Wie unterschiedlich wir Menschen mit dem Tod umgehen, lässt sich auch am vielfältigen Angebot der Death-Positive-Bewegung ablesen, das versucht verschiedensten Bedürfnissen gerecht zu werden.
 
Die Death Cafés, die Sargbar, die School of Death und Initiativen wie "Ab unter die Erde" bieten etwa Räume für offene Gespräche über den Tod. Hier sitzen Menschen auf Bodenkissen, trinken Cocktails oder Kaffee und diskutieren über ihre eigenen Beerdigungen. Eine unverkrampfte Gelegenheit, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen und neue Perspektiven zu gewinnen.

Beerdigungsunternehmen bieten Gruppenführungen, bei denen man im Sarg Probeliegen und Gegenstände rund um die Bestattung - wie Leichensäcke, Urnen und ähnliches - anschauen kann. Bestatter werden auf Social-Media zu Influencern und beantworten kurioseste Fragen rund um den Tod und ihren Beruf. Auch so kann man sich dem Tod nähern und für sich greifbar machen.


Schwarzer Humor und ein bewusster Blick auf die Endlichkeit


Wer sich der Beschäftigung mit dem eigenen Lebensende stellen will, kann das auch auf digitalem Wege tun. Verschiedene Apps bedienen die unterschiedlichen Annäherungsweisen und animieren ganz im Sinne der Death-Positive-Bewegung auch mit schwarzem Humor einen Blick aufs Thema zu werfen:

  • Die App „Final Countdown“ berechnet eine Schätzung der eigenen Lebenserwartung aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen, individueller Gewohnheiten und persönlichem Lebensstil. Der angezeigte Countdown zum eigenen Lebensende soll motivieren, die verbleibende Zeit sinnvoll zu nützen.

  • „Lantern.co“ bietet einen digitales Planungswerkzeug für das eigenen Begräbnis und ermöglicht es dadurch, Klarheit für Hinterblieben über die eigenen Vorstellungen und Wünsche zu schaffen. Das Planungstool deckt von Lieblingsmusik für die Beerdigung über letzte Botschaften an Angehörige bis hin zum Testament alle Bereiche ab, die man in Bezug aufs eigene Ableben regeln kann.

  • „Beistand im Todesfall“ ist eine praktische App, die Angehörigen im Todesfall die Bewältigung der anstehenden Aufgaben erleichtern soll. Von Todesfall-To-Do-Listen über Kündigungsvorlagen bis hin zur Hilfe zum Verwalten des digitalen Erbes ist darin alles zu finden, was als Leitfaden für Hinterblieben dienen kann.

  • Eine finale Bucketlist lässt sich mit der App „iWish“ erstellen und abarbeiten, denn man hat nur ein Leben. Also worauf warten?

  • Einer bhutanischen Weisheit zufolge muss man 5 x am Tag über den Tod nachdenken, um glücklich zu sein. Nachdem Bhutan „das glücklichste Land der Welt“ ist, könnte es sein, dass an der Weisheit tatsächlich etwas dran ist...  Die App „We croak“ („Wir kratzen ab“) schickt ihren daher Nutzern 5 mal im Tag zu zufälligen Zeiten eine Push-Benachrichtigung, die an den eigenen Tod erinnert und zum Nachdenken anregt. Die Erleichterung darüber, dass man nach wie vor am Leben ist, soll dankbar machen und den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben richten.


Ein Plädoyer für das Leben


Die
Death-Positive-Bewegung vermittelt eine positive Einstellung zum Tod, ohne dabei die Ernsthaftigkeit des Themas aus den Augen zu verlieren. Sie regt uns dazu an, das Leben bewusster zu leben, Prioritäten zu setzen und die Zeit, die uns bleibt, zu schätzen. Indem wir uns mit dem Sterben auseinandersetzen, können wir auch das Leben intensiver erfahren. 🌿💀


Autor: Gudrun Hofer
Mag. Gudrun Hofer

Texterin & Content-Marketing-Verantwortliche bei Hofer-Kerzen

✍️ Über die Autorin

Gudrun Hofer weiß, dass es Momente im Leben gibt, in denen Worte nie genug sein können und dass sie trotzdem zählen.

Ihren Weg zu den Kerzen fand sie auf einem Umweg, der im Nachhinein wie Schicksal wirkt:
Nach ihrem Jusstudium suchte sie einen Ausgleich zur vielen rechtlichen Theorie und fand ihn in der Welt des Wachses und des Lichts. Ihr Schwiegervater, der letzte Wachsziehermeister Österreichs, wurde zu ihrem persönlichen Mentor und weckte in ihr eine Faszination für Kerzen, die bis heute nicht erloschen ist. Seither beschäftigt sie sich intensiv mit der Bedeutung von Kerzen in der Trauer- und Erinnerungskultur – von ihrer Symbolik bis hin zu ihrer Rolle in persönlichen Gedenkritualen – und schreibt darüber für den Hofer-Kerzen Blog.

Besonders bewegen sie die Themem Trauer, Gedenken und Erinnern. Durch ihre Arbeit bei Hofer-Kerzen kennt sie die Bedürfnisse von Menschen in Zeiten der Trauer aus nächster Nähe. Sie weiß, wie schwer es ist, in den dunkelsten Momenten des Lebens die richtigen Worte zu finden und wie viel es bedeuten kann, wenn es gelingt. Mit viel Herz, Feingefühl und dem Respekt vor jedem einzelnen Schicksal schreibt sie Texte, die trösten, begleiten und Orientierung geben.

Bei Hofer-Kerzen darf sie genau das tun, was sie am meisten liebt: Menschen in besonderen Momenten das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein.

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