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Grabpflege im Frühling | Wie du das Grab aus dem Winterschlaf erweckst

Grabsteinreinigen - Laterneputzen - Grabbepflanzung : Eine Schritt-für-Schritt Anleitung für die Grabpflege im Frühling

Die Tage werden wieder länger und der Frühling kündigt sich an. Höchste Zeit sich mit der „Auswinterung“ des Grabes zu beschäftigen.
Wir haben eine Schritt-für-Schritt Anleitung mit vielen Tipps für dich erstellt, was am Ende des Winters alles zu tun ist, damit das Grab im Frühling wieder gepflegt und im frischen Glanz erstrahlt.

1. Abgestorbenes Pflanzmaterial entfernen und Erde wieder aufbereiten

Alles, was den Winter nicht überdauert hat, darf gehen:

Entferne abgestorbene Pflanzenteile
und Unkraut. Schneide alles, was ganzjährig am Grab wächst (zB. Efeu oder Immergrün) großzügig zurück.
Pflanzen, wie Heidekraut oder Astern, die erst im Herbst wieder blühen werden, solltest du ausgraben.
Diese Pflanzen kannst du zuhause in Töpfen bis in den Herbst weiterpflegen und dann wieder am Grab verwenden.
Die Erde sollte anschließend aufgelockert, gedüngt und bei Bedarf auch aufgefüllt werden. Auch frischer Deko-Kies macht sich gut nach dem Winter.

2. Grabbepflanzung erneuern

Nun kommt der kreative Teil der Grabpflege im Frühling:
Setze frische Frühlingsblüher wie Stiefmütterchen, Primeln, Hyazinthen oder Vergissmeinnicht. Sehr schön sieht es aus, wenn du diese Pflanzen dabei in Gruppen setzt oder dir eine symmetrische Anordnung überlegst.
Du kannst auch gleich ein paar Zwiebeln von Maiglöckchen oder Sommer-Alpenveilchen in die Erde stecken. Dann ist das Grab bereits bestens vorbereitet für den nächsten Blüh-Durchgang.


3. Pflanzschalen am Grab neu bestücken

Auch hier solltest du die oben angeführten Schritte durchführen - also:
Pflanzenrückschnitt machen, Abgestorbenes entsorgen, Erde neu auflockern und düngen, sowie neue Blumen pflanzen.
Vergiss nicht, alle neu gesetzten Pflanzen kräftig zu gießen. So wachsen sie schneller an.

4. Grabstein reinigen

Nun kommen wir zu den Reinigungsarbeiten:

Über das Jahr ist der Grabstein verschiedensten Einflüssen ausgesetzt, die ihn mit der Zeit schmutzig werden lassen. Besonders bei der Grabpflege im Frühling solltest du dir daher die Zeit nehmen und den Grabstein einem Generalputz unterziehen.

Laub und groben Schmutz kannst du einfach mit einem Handbesen vom Grabstein abkehren. Algen, Moose und Flechten, die sich gerne an Steine anheften und diese unansehnlich werden lassen, brauchen etwas mehr Reinigungseinsatz. Sie lassen sich von rauen Natursteinen ganz leicht mit Wasser und einer Wurzelbürste entfernen. Bei glatten Steinflächen aus Marmor oder Granit reicht meist schon eine weiche Bürste (oder überhaupt nur ein altes Geschirrtuch) und etwas Wasser für die Reinigung.
Wer bei der Grabreinigung ein Putzmittel verwenden möchte, sollte unbedingt darauf achten, ein säure- und chlorfreies Reinigungsmittel zu verwenden. Sehr gut geeignet ist dafür zum Beispiel Kernseife, die frei ist von überschüssigen Fetten und Zusatzstoffen.

Für die Reinigung von Grabinschriften empfiehlt sich die Verwendung einer weichen Zahnbürste. Mit dieser bekommst du die Schriftzüge schön sauber, ohne sie zu beschädigen. Verwende dabei aber bitte nur Wasser und gehe vorsichtig vor.

Ist der Grabstein durch Ruß oder Wachs verschmutzt, kannst du die Verschmutzung mit einem Stein-Reiniger lösen. Wie du dabei genau vorgehst kannst in unserem BLOG-BeitragWachsflecken entfernen: Tipps für alle Fälle“ nachlesen oder dir im dort verlinkten Video ansehen.

Für die Entfernung von Rostflecken, die durch die Kombination von metallischen Gegenständen (Laternen, Figuren, Bindedrähte,…) und Wasser auf dem Grabstein entstehen, gibt es einen eigenen säurefreien Rostentferner. Mit diesem lassen sich die unschönen Spuren nach kurzer Einwirkzeit leicht entfernen.

Wenn du möchtest, kannst du zum Abschluss den Grabstein noch mit einer speziellen Imprägnierung versiegeln. Das hält den Schmutz fern. Aber Achtung: Es lässt leider auch den Stein weniger natürlich wirken. Wir empfehlen daher eine Imprägnierung nur bei glatten Steinflächen aus Marmor und Granit.

5. Laternen putzen - wir sorgen für mehr Licht am Grab

Das Laternengehäuse reinigen:

Laternen und Kerzenhäuschen aus Metall kannst du am besten mit einem Metallreiniger und einem weichen Tuch wieder auf Hochglanz bringen. Einfach das Reinigungsmittel aufbringen und die Laterne solange abreiben bis sie wieder wie neu glänzt.
Ist in deiner Grablaterne Wachs ausgelaufen? Dann musst zuerst das Wachs grob mit einem Messer oder einem Schraubenzieher entfernen. Das funktioniert bei kalten Temperaturen besser als bei warmen, da das Wachs bei Kälte eher fest bleibt. Gehe beim Entfernen vorsichtig vor, damit du weder Glas noch Gehäuse beschädigst. Die verbliebenen Wachsspuren kannst du dann mit einem speziellen Öl-und Fett-Entfernermittel und einem Stück Küchenrolle reinigen.


Das Glas einer Laterne reinigen:

Verschmutzte oder rußige Glasscheiben von Laternen und Kerzenhäuschen kannst du ganz leicht mit einem Ceranfeld-Reiniger, Wasser und etwas Küchenrolle sauber bekommen. Einfach das Glas mit einem Stück Küchenrolle und etwas Reiniger putzen und mit Wasser sauber spülen. Wenn du es dann noch gut abtrocknest, sieht die Behausung für die Kerze wieder aus wie neu.
Tipp: Achte darauf, dass die Laterne möglichst frei steht. Sie hat unten Luftlöcher, die dafür sorgen, dass die Laterne optimal belüftet ist. Falls die Luftlöcher verlegt sind, bekommt die Kerzenflamme in der Laterne nämlich zu wenig Luft und beginnt zu rußen.

6. Kerzengläser säubern

Sind bei dir wiederverwendbare Kerzengläser im Einsatz? Dann ist bei der Grabpflege im Frühling ein guter Zeitpunkt auch diese einmal einer Generalreinigung zu unterziehen. Die Kerzengläser solltest du allerdings lieber zu Hause reinigen, da das am besten durch Erwärmen der Wachsreste geht. Eine Anleitung dafür, findest du auf unserem BLOG

7. Deko tauschen

Nun bleibt nur noch, das Grab wieder hübsch zu dekorieren und eine Grabkerze anzuzünden. Vielleicht hast du ein hübsches frühlingshaftes Grabgesteck gemacht (viele nette Bastelanleitungen findest du hier) oder einen neuen Engel mitgebracht? Nach der Grabpflege im Frühling ist für jedermann ersichtlich, dass dir der oder die Verstorbene am Herzen liegt und nicht in Vergessenheit geraten ist. 

„Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, ist nicht tot.“ 
(Immanuel Kant)
Autor: Gudrun

Von der Juristerei zur Wachszieherei - auf den ersten Blick nicht die naheliegendste berufliche Laufbahn. Als Ausgleich zur vielen rechtlichen Theorie suchte Gudrun ein handwerkliches Betätigungsfeld und fand in ihrem Schwiegervater, dem letzten Wachsziehermeister Österreichs, einen ganz besonderen Mentor in Sachen Kerzenherstellung. Seither verbindet sie ihre Liebe zu Kerzen mit ihrer Leidenschaft fürs Schreiben und lässt ihrer Kreativität beim Texten für Hofer-Kerzen freien Lauf.

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