Beileid aussprechen am Arbeitsplatz: Was hilft, was nicht
Ein Kollege kommt montags nicht ins Büro. Die Nachricht kommt kurz per E-Mail: Er hat seine Partnerin verloren. Oder die Kollegin, die seit Wochen schon etwas blasser wirkt, sagt schließlich, dass ihre Mutter gestorben ist.
Was sagt man in solchen Momenten? Wie spricht man Beileid aus, wenn man den Menschen zwar täglich sieht, privat aber nicht so gut kennt? Viele schweigen, weil sie nichts Falsches sagen wollen. Andere reden zu viel, weil Stille unangenehm ist. Beides ist verständlich und beides hilft der trauernden Person selten weiter.
Karin Borck, Professorin an der FH Potsdam mit dem Schwerpunkt Führung und Beratung, bringt es so auf den Punkt: Unternehmen brauchen eine Kultur der Trauer. Denn Trauer gehört zum Leben und damit gehört sie auch in den Arbeitskontext. Wer als Führungskraft oder Kollege gut damit umgeht, zeigt Stärke, keine Schwäche.

Was hilft, wenn ein Kollege oder eine Kollegin trauert
Ansprechen statt ausweichen. Wer einen Verlust erlitten hat, merkt genau, wer wegschaut. Ein kurzes „Ich habe es gehört, es tut mir leid" ist mehr wert als höfliches Drumherumreden über zwei Wochen. Es muss kein langer Satz sein und er muss nicht perfekt klingen.
Konkret anbieten statt allgemein. „Wenn ich irgendwas tun kann" klingt gut, bleibt aber vage. Besser: „Ich übernehme diese Woche gerne deine Meetings" oder „Ich bring dir morgen Mittagessen mit." Konkrete Angebote kann man annehmen oder ablehnen, allgemeine oft nicht.
Über den Verstorbenen sprechen dürfen. Borck betont das ausdrücklich: Fast alle Menschen, die trauern, wollen, dass über die Person gesprochen wird, die sie verloren haben. Dass man über sie sprechen darf. Wer nachfragt, wer die Person war, was sie ausgemacht hat, gibt der Trauer einen Platz, anstatt sie zu übergehen.
Raum lassen. Manche Menschen reden gerne über den Verstorbenen, manche gar nicht. Wer zuhört, ohne zu drängen, tut mehr als jemand, der das Gespräch in eine bestimmte Richtung lenkt. Trauer zeigt sich übrigens nicht immer als Stille oder Weinen. Sie kann auch in Aktivität, Humor oder scheinbarer Normalität stecken und dann plötzlich wieder da sein. Das ist kein Widerspruch.
Auch Wochen später noch da sein. Trauer endet nicht nach der Beerdigung. Ein Gedanke, ein kurzes Zeichen ein paar Wochen später, macht oft mehr als alles, was direkt danach gesagt wurde.

Was man beim Kondolieren besser vermeidet
„Ich weiß, wie du dich fühlst." Das stimmt nie ganz, auch wenn man selbst Verluste kennt. Jede Trauer ist anders.
„Sie hatte ja ein gutes, langes Leben." Mag sein. Hilft trotzdem nicht. Was verloren ist, ist verloren, unabhängig vom Alter.
„Du musst jetzt stark sein." Das ist gut gemeint, aber es sagt der Person im Grunde, dass ihre Trauer gerade unpassend ist.
„Melde dich, wenn du was brauchst." Die meisten melden sich nicht. Trauer macht es schwer, um Hilfe zu bitten. Wer helfen will, nimmt den ersten Schritt selbst.
Zu schnell zur Tagesordnung übergehen. Kurz nach der Rückkehr ins Büro so zu tun, als wäre nichts gewesen, wirkt kälter als es gemeint ist.

Hinweise speziell für Führungskräfte
Führungskräfte tragen beim Thema Trauer am Arbeitsplatz besondere Verantwortung. Wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin eine nahestehende Person verloren hat, empfiehlt Borck, das Gespräch persönlich und in einem ruhigen Rahmen zu suchen, nicht per kurzer Mail und schon gar nicht zwischen zwei Terminen. Eigene Betroffenheit zu zeigen ist erlaubt. Eine professionelle Distanz, die ohnehin niemanden tröstet, muss hier nicht gewahrt werden.
Wichtig ist auch, die Balance zwischen Rücksichtnahme und Arbeitsanforderung sensibel auszutarieren. Was die trauernde Person braucht, lässt sich nur im Gespräch herausfinden. Manche wollen weiterarbeiten, weil das Struktur gibt. Andere brauchen Zeit. Beides ist richtig.
Für Unternehmen, die sich grundsätzlich auf solche Situationen vorbereiten wollen, empfiehlt Borck klare Abläufe mit geregelten Vertretungsregeln sowie Menschen im Unternehmen, die für das Thema Trauer gezielt Verantwortung übernehmen.

Trauergeschenk für Kollegen: eine Geste, die bleibt
Manchmal möchte man beim Kondolieren etwas mitgeben, das über Worte hinausgeht. Ein Trauergeschenk für Kollegen oder Mitarbeiter zeigt, dass man sich Gedanken gemacht hat, ohne aufdringlich zu sein.
Bei uns gibt es dafür das Trauergeschenk Kerzenset HERZLICHES BEILEID: eine schwarze Kartontasse, befüllt mit vier vorausgewählten 5-Tage-Grabkerzen, vier frei wählbaren 7-Tage-Grabkerzen und einer kleinen Engelsfigur fürs Grab. Die Kerzen begleiten die ersten Wochen am Grab, die Engelfigur bleibt als stilles Zeichen.
Das Set eignet sich zum persönlichen Überreichen genauso wie zum Verschicken, wenn man nicht am selben Ort ist. Auch als Beileidsgabe bei einer Beerdigung, zum Beispiel statt eines Trauerkranzes, ist es eine persönliche Aufmerksamkeit, die ankommt.
Manchmal hilft ein Geschenk dort weiter, wo Worte fehlen.